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Batterie-Speicher-Strom-Tiefe

MFH-Mieterstrom mit Batterie: zwei Mieten, drei Mehrwerte

Im Mehrfamilienhaus mit zentraler PV-Anlage und Wärmepumpenkaskade ist die Hausbatterie 2026 ein zentraler Wirtschaftlichkeits-Hebel — kombiniert mit Mieterstrom-Modell nach EEG §21 entsteht ein Premium-Vermieter-Konzept: höhere Mieten, längere Bindungsdauer, günstigerer Strom für Mieter. Dieses Pillar zeigt die Technik, die Rechtsfragen und die wirtschaftliche Bilanz.

11 Min. Lesezeit4 Abschnitte·Xpora-Redaktion · geprüft 2026

EEG §21 Mieterstrom-Modell — Rechtsgrundlagen 2026#

Das Mieterstrom-Gesetz (EEG 2017, novelliert 2021, mit Anpassungen 2023) regelt das Modell, bei dem ein Vermieter PV-Strom direkt an seine Mieter verkaufen kann — ohne über das öffentliche Stromnetz zu gehen.

Kern-Mechanismus:

  • Vermieter installiert PV-Anlage und ggf. Hausbatterie auf MFH-Dach.
  • PV-Strom wird primär für die Mieter-Versorgung genutzt.
  • Mieter zahlen einen reduzierten Strom-Tarif für den PV-Strom an den Vermieter.
  • Reststrom-Bedarf wird über das Netz nachgeliefert.
  • Vermieter erhält zusätzlich Mieterstrom-Zuschlag (EEG §21) für jede an Mieter gelieferte kWh.

Voraussetzungen:

  • PV-Anlage mit installierter Leistung mindestens 1 kWp bis maximal 100 kWp pro Anlage (für Standardförderung).
  • Mieterstrom-Vertrag mit jedem teilnehmenden Mieter (freiwillige Teilnahme).
  • Reduzierter Tarif gegenüber dem örtlichen Grundversorger-Tarif (typisch 10 %).
  • Eichrechts-konforme Mess-Infrastruktur (MID-Stromzähler je WE).

Mieterstrom-Zuschlag 2026:

Nach EEG §21 erhält der Vermieter für jede an Mieter gelieferte kWh aus PV-Strom einen zusätzlichen Zuschlag — die Höhe richtet sich nach Anlagengröße und Zeitpunkt der Inbetriebnahme. 2026-Werte:

  • Anlage bis 10 kWp: 3,79 ct/kWh Mieterstrom-Zuschlag.
  • Anlage 10–40 kWp: 3,52 ct/kWh.
  • Anlage 40–100 kWp: 2,37 ct/kWh.

Dazu kommen die Strom-Einnahmen vom Mieter (typisch reduzierte 22–24 ct/kWh statt Grundversorger-Tarif 32 ct/kWh).

Gesamtertrag pro gelieferte kWh PV-Strom an Mieter

  • Strom-Einnahme: 22–24 ct/kWh.
  • Mieterstrom-Zuschlag: 2,37–3,79 ct/kWh.
  • Gesamt: 24,4–27,8 ct/kWh.

Im Vergleich: Netzeinspeisung bringt nur 7,03 ct/kWh (EEG-Einspeise-Vergütung).

Differenz: Bei Mieterstrom 17–21 ct/kWh Mehrertrag pro selbst verbrauchter kWh.

Finanzielle Bilanz eines 14-WE-MFH mit 50-kWp-PV:

  • PV-Erzeugung 47.000 kWh/Jahr.
  • Mieterstrom-Anteil (Annahme 12 von 14 Mietern aktiv, 8.000 kWh/WE Strom-Verbrauch im Jahr): 96.000 kWh Mieter-Strom-Bedarf.
  • PV-Anteil am Mieter-Bedarf (mit Hausbatterie 20 kWh): 25.000 kWh/Jahr direkt verbraucht.
  • Strom-Einnahme Mieter 25.000 × 22 ct = 5.500 €/Jahr.
  • Mieterstrom-Zuschlag 25.000 × 3,52 ct = 880 €/Jahr.
  • Reststrom-Vergütung (überschüssig eingespeist) 22.000 × 7,03 ct = 1.547 €/Jahr.
  • Gesamt-PV-Erlöse: 7.927 €/Jahr.

Im Vergleich ohne Mieterstrom-Modell (reine Einspeisung): 47.000 × 7,03 = 3.304 €/Jahr.

Mehrwert Mieterstrom-Modell: 7.927 − 3.304 = 4.623 €/Jahr für den Vermieter.

Mieter-Vorteil parallel: Strom-Tarif reduziert um 8–10 ct/kWh × 8.000 kWh = 640–800 € Ersparnis pro Mieter und Jahr.

Von den 12 teilnehmenden Mietern profitieren also alle mit 640–800 €/Jahr Strom-Ersparnis.

Wichtige Pflichten des Vermieters:

  • Mieterstrom-Verträge mit jedem Mieter (freiwillig).
  • Eichrechts-konforme Mess-Infrastruktur: MID-zertifizierter Stromzähler je WE, Mess-Genauigkeitsklasse 1 oder besser. Alle 5 Jahre Eichung pflichtig.
  • Strom-Abrechnung gegenüber den Mietern: jährliche Strom-Verbrauchs-Abrechnung mit Tarif-Aufstellung.
  • Steuerliche Behandlung: Mieterstrom-Erlöse zählen als gewerbliche Einkünfte (Einkommensteuer), Mieterstrom-Zuschlag als steuerpflichtiger Zuschuss.
  • Anzeige beim Stadtwerk und Netzbetreiber.

In der Praxis ist die Eichrechts- und Steuer-Komplexität der größte Hinderungs-Grund für Mieterstrom-Modelle — viele Vermieter überlassen die Abrechnung an spezialisierte Mieterstrom-Dienstleister.

Mieterstrom-Dienstleister und Plattformen#

Die Komplexität der Mieterstrom-Abrechnung hat einen Markt für spezialisierte Dienstleister geschaffen, die das gesamte Mieterstrom-Modell als Service anbieten — von der Mess-Infrastruktur über die Verträge bis zur Abrechnung.

Wichtige Anbieter 2026:

Comgy GmbH (Berlin):

  • Service: schlüsselfertige Mieterstrom-Lösung inkl. Mess-Infrastruktur, Verträge, Abrechnung, Cloud-Plattform.
  • Pricing: Service-Gebühr 6–10 €/WE/Jahr + Mieterstrom-Erlös-Anteil 8–15 %.
  • Stärken: deutschlandweite Verfügbarkeit, gute Cloud-Plattform mit Mieter-App.
  • Schwächen: relativ teuer.

1KOMMA5° Mieterstrom (Hamburg):

  • Service: Komplettlösung inkl. PV-Anlage, Batterie, EMS, Mieterstrom-Plattform.
  • Pricing: Integriert in 1KOMMA5-Komplettpaket.
  • Stärken: Hardware + Software + Service aus einer Hand.
  • Schwächen: 1KOMMA5-Ökosystem-Lock-in.

Tibber Business (Stockholm/Hamburg):

  • Service: Mieterstrom-Plattform mit dynamic-Tarif-Anbindung.
  • Stärken: Premium-Plattform mit guter Mieter-App.
  • Pricing: ab 8 €/WE/Monat.

METERgrid (Frankfurt):

  • Service: spezialisierte Mieterstrom-Plattform für WEG- und Mehrfamilienhäuser.
  • Pricing: Service-Gebühr 5–8 €/WE/Jahr.
  • Stärken: kostengünstig, fokussiert auf WEG-Anwendungen.

Solarize (München):

  • Service: ähnlich Comgy, mit Schwerpunkt auf Süddeutschland.
  • Pricing: ab 7 €/WE/Jahr.

Einige Stadtwerke bieten ebenfalls Mieterstrom-Services an (Stadtwerke München, MVV Mannheim, Rheinenergie Köln).

Leistungs-Spektrum eines typischen Mieterstrom-Dienstleisters:

1. Mess-Infrastruktur: — MID-zertifizierte Stromzähler je WE (eichrechts-konform). — Zentraler Mieterstrom-Zähler am Hausanschluss. — Daten-Logger für PV-Erzeugung und Hausverbrauch. — Anbindung an Cloud-Plattform.

2. Verträge: — Mieterstrom-Verträge mit allen teilnehmenden Mietern. — Tarif-Klauseln (reduzierter Tarif gegenüber Grundversorger). — Kündigungs-Klauseln. — Bei AVBWärmeV-Änderung 2024: keine Brennstoff-Preis-Indexierung bei EE-Anteilen über 65 %.

3. Abrechnung: — Monatliche oder jährliche Strom-Abrechnung pro Mieter. — Aufteilung PV-Strom vs. Netzstrom. — Steuerliche Aufbereitung der Mieterstrom-Erlöse für den Vermieter. — Anbindung an Buchhaltungs-Systeme.

4. Cloud-Plattform: — Mieter-App mit Verbrauchs-Visualisierung. — Vermieter-Dashboard mit Erlös-Übersicht. — Pflicht-Berichte für Behörden (EEG §21).

5. Service: — Mieter-Hotline bei Fragen. — Wartung der Mess-Infrastruktur. — Mieter-Onboarding (Vertragsabschluss bei Neueinzug).

Die Service-Gebühr typisch 5–12 €/WE/Monat plus Erlös-Anteil — kostet im 14-WE-MFH typisch 1.000–2.000 €/Jahr. Davon profitiert der Vermieter nicht direkt, aber die Komplexität wird ausgelagert.

Alternative: Mieterstrom-Selbst-Verwaltung. Verlangt eigene Steuerliche Kenntnis, Mess-Infrastruktur-Konfiguration, Abrechnungs-Software. Vorteile: keine Service-Gebühr. Nachteile: hoher Zeitaufwand und Fehlerrisiko. Im Standard-MFH 2026 wird Mieterstrom-Dienstleister fast immer empfohlen.

Hausbatterie im Mieterstrom-Setup — Auslegung#

Die Hausbatterie im MFH-Mieterstrom-Modell hat eine besondere Rolle: Sie speichert den überschüssigen PV-Strom für die Abend-Stunden, wenn die Mieter erst wirklich Strom verbrauchen (Heimkehr nach Arbeit, Abendessen, TV-Konsum).

Lastprofil-Verteilung im typischen 14-WE-MFH

  • 06:00–08:00 Uhr: hohe Last (Wäsche, Kaffee, Fön).
  • 08:00–17:00 Uhr: niedrige Last (meiste Mieter bei der Arbeit).
  • 17:00–22:00 Uhr: hohe Last (Heimkehr, Kochen, TV).
  • 22:00–06:00 Uhr: sehr niedrige Last.

PV-Erzeugung dagegen

  • 06:00–11:00 Uhr: ansteigend.
  • 11:00–15:00 Uhr: Maximum (Mittagsspitze).
  • 15:00–19:00 Uhr: abnehmend.
  • 19:00–06:00 Uhr: keine Erzeugung.

Zeitliche Diskrepanz: Mittagsspitze der PV (11:00–15:00) trifft auf niedrige Mieter-Last (Arbeitszeit). Abendspitze der Mieter (17:00–22:00) trifft auf abnehmende/keine PV-Erzeugung.

Ohne Hausbatterie: PV-Mittags-Überschuss muss ins Netz eingespeist werden (7,03 ct/kWh) — Mieter zahlen abends Netzstrom (32 ct/kWh).

Mit Hausbatterie: Mittagsspitze in Batterie geladen, abends an Mieter geliefert. Differenz 25 ct/kWh pro verschobene kWh.

Batterie-Auslegung im MFH:

Faustregel: 1,5–2,5 kWh Batterie-Kapazität pro WE im MFH.

  • 8-WE-MFH: 15–20 kWh Batterie.
  • 14-WE-MFH: 25–35 kWh Batterie.
  • 20-WE-MFH: 35–50 kWh Batterie.
  • 30-WE-MFH: 50–80 kWh Batterie.

Lösungen: Mehrfach-Batterie-Setup mit BYD Battery-Box Premium HVM (modular ausbaubar bis 22 kWh pro Modul) oder Tesla Powerwall 3 (mehrere in Reihe).

Konkrete Auslegung 14-WE-MFH:

  • PV-Erzeugung 50 kWp = ca. 47.000 kWh/Jahr.
  • Mieter-Strom-Bedarf 14 × 8.000 kWh = 112.000 kWh/Jahr.
  • PV-Direkt-Verbrauch ohne Batterie: 35 % = 16.500 kWh.
  • PV-Direkt-Verbrauch mit 30-kWh-Batterie: 53 % = 25.000 kWh.
  • Mehrwert Batterie: 8.500 kWh × 17 ct (Differenz Mieterstrom-Tarif vs. Einspeisung) = 1.445 €/Jahr.

Batterie-Investition 30 kWh: rund 25.000–30.000 € brutto.

Amortisations-Zeit Batterie über Mieterstrom-Mehrwert: 17–21 Jahre. Über 20 Jahre Lebensdauer Saldo +5.000–10.000 €.

Wichtig: Bei MFH-Setup mit Mieterstrom und WP-Kaskade summieren sich die Erlös-Quellen — Mieterstrom-Vermarktung + WP-Strom-Versorgung intern + Wartungs-Kostenumlage. Die Hausbatterie ist eine von mehreren Wirtschaftlichkeits-Komponenten.

Batterie-Aufstellung im MFH:

  • Hauswirtschaftsraum oder spezieller Batterie-Raum (10–20 m² Grundfläche je nach Kapazität).
  • Brandschutz F90-A nach Landesbauordnung (bei Lithium-Batterien über 20 kWh oft Pflicht).
  • Klimatisierung (Standardtemperatur 12–22 °C empfohlen, bei großen Batterien ggf. aktive Kühlung).
  • Notabschalter für Feuerwehr-Zugang.
  • Mess-Infrastruktur für Mieterstrom-Plattform.

Praxis-Beispiele MFH-Mieterstrom-Setup#

Beispiel A — Bestand-MFH 8 WE mit Sanierung Gas → Sole-WP-Kaskade + 30-kWp-PV + 20-kWh-Batterie

Konstellation: Sanierungs-MFH 8 WE, 580 m² Wohnfläche, Bauherr-Gemeinschaft. Bestand-Gas-Heizung wird durch Stiebel WPL 25 AS Sole-Kaskade ersetzt. Auf MFH-Dach neue 30-kWp-PV-Anlage. 20-kWh-Batterie als Mieterstrom-Puffer.

Komponenten

  • PV-Anlage: 30-kWp BYD/Trina-Module auf Süddach.
  • Hybrid-Wechselrichter: SMA Sunny Tripower X 15 kW.
  • Batterie: 2 × BYD Battery-Box Premium HVS 10,2 = 20,4 kWh.
  • Wärmepumpenkaskade: 2 × Stiebel WPL 25 AS = 44 kW Heizleistung.
  • Mieterstrom-Dienstleister: Comgy.
  • Mess-Infrastruktur: 8 × MID-Stromzähler je WE.

Kosten brutto

  • PV-Anlage 30 kWp: 36.000 €.
  • Hybrid-Wechselrichter SMA Sunny Tripower X: 3.500 €.
  • 2 × BYD HVS 10,2: 19.000 €.
  • WP-Kaskade Stiebel WPL 25 AS: 35.000 € (siehe separat WP-Pillar).
  • Mess-Infrastruktur + Inbetriebnahme: 8.500 €.
  • Comgy-Service-Setup 1. Jahr: 1.500 €.
  • Brutto: 103.500 € (nur PV + Batterie + Mess-Infrastruktur, ohne WP-Kaskade).

Förderung BAFA-BEG-EM MFH 30 % auf WP-Anteil (siehe WP-Pillar). PV-Anlage und Batterie 2026 ohne Bundes-Förderung, Landes-Förderungen je nach Bundesland.

Laufende Wirkung

  • PV-Erzeugung 28.500 kWh/Jahr.
  • Mieterstrom-Verbrauch 6 von 8 Mietern aktiv = ca. 14.000 kWh/Jahr aus PV (50 % PV-Eigenverbrauchsanteil dank Batterie).
  • Strom-Einnahme Mieter 14.000 × 23 ct = 3.220 €/Jahr.
  • Mieterstrom-Zuschlag 14.000 × 3,52 ct = 493 €/Jahr.
  • Einspeise-Vergütung Restbestand 14.500 × 7,03 ct = 1.019 €/Jahr.
  • Comgy-Service-Gebühr 8 × 12 € × 12 = 1.152 €/Jahr.
  • Netto-Erlös Vermieter aus PV: 3.580 €/Jahr.

Mieter-Vorteil pro aktivem Mieter: Strom-Ersparnis 8 ct/kWh × ca. 1.700 kWh/Jahr PV-Anteil = 136 €/Jahr.

Beispiel B — Premium-MFH 14 WE Neubau mit 1KOMMA5-Komplettlösung

Konstellation: Neubau-MFH 14 WE, 1.050 m² Wohnfläche, Premium-Effizienz-Konzept KfW-40-EE. 50-kWp-PV-Anlage, 30-kWh-Batterie, WP-Kaskade.

Lösung: 1KOMMA5° Komplett-Setup mit Heartbeat-EMS, integriertem Mieterstrom-Modell, dynamischer Tarif-Anbindung.

Komponenten

  • PV-Anlage: 50-kWp (Süd-Ost-Dach).
  • Hybrid-Wechselrichter: 1KOMMA5-eigenes Setup (basiert auf Fronius oder Huawei).
  • Batterie: 30 kWh (mehrere modulare Tesla Powerwall 3 oder BYD HVM).
  • EMS: 1KOMMA5 Heartbeat-Cloud.
  • Mieterstrom-Plattform: 1KOMMA5-eigene Lösung mit dynamischem Tarif.
  • WP-Kaskade: 3 × Stiebel WPL 25 AS = 66 kW.

Kosten brutto: — Komplettpaket 1KOMMA5° (PV + Batterie + EMS + Mieterstrom-Plattform + WP-Kaskade): 220.000–260.000 €.

Laufende Wirkung

  • PV-Erzeugung 47.500 kWh/Jahr.
  • Mieterstrom-Anteil 12 von 14 Mieter aktiv, Premium-PV-Eigenverbrauchsanteil 65 % dank großer Batterie und Premium-EMS = 31.000 kWh/Jahr aus PV.
  • Strom-Einnahme Mieter 31.000 × 22 ct = 6.820 €/Jahr.
  • Mieterstrom-Zuschlag 31.000 × 3,52 ct = 1.091 €/Jahr.
  • Einspeise-Vergütung 16.500 × 7,03 ct = 1.160 €/Jahr.
  • 1KOMMA5-Service-Gebühr: integriert in Komplettpaket.
  • Netto-Erlös Vermieter aus PV: 9.071 €/Jahr.

Mieter-Vorteil pro aktivem Mieter (12 von 14 aktiv): 290 €/Jahr Strom-Ersparnis im Mittel.

Wichtig: Bei 1KOMMA5-Premium-Setup ist die Batterie auch als Strompreis-Puffer für dynamic-Tarif aktiviert — Mehrertrag 800–1.500 €/Jahr durch Strompreis-Optimierung.

Beispiel C — Großes MFH-Quartier 30 WE mit Comgy-Lösung und 60-kWh-Batterie

Konstellation: Quartiers-Sanierung 30 WE auf 2 Gebäuden, gemeinsame zentrale Energie-Versorgung mit PV-Großanlage + WP-Kaskade + große Hausbatterie.

Komponenten

  • PV-Anlage: 80 kWp auf zwei Süddächern.
  • Hybrid-Wechselrichter: SMA Sunny Tripower X 25 kW.
  • Batterie: 60 kWh (4 × BYD HVM 15,4 kWh).
  • WP-Kaskade: 4 × Stiebel WPL 25 AS = 88 kW Heizleistung.
  • Mieterstrom-Dienstleister: Comgy mit Quartiers-Variante.

Kosten brutto

  • PV-Anlage 80 kWp: 96.000 €.
  • Wechselrichter SMA: 5.500 €.
  • 4 × BYD HVM 15,4: 51.000 €.
  • WP-Kaskade: 80.000 € (siehe WP-Pillar).
  • Mess-Infrastruktur 30 × MID-Zähler: 9.000 €.
  • Comgy-Setup 1. Jahr: 3.500 €.
  • Brutto (ohne WP): 165.000 €.

Laufende Wirkung

  • PV-Erzeugung 76.000 kWh/Jahr.
  • Mieterstrom-Anteil 25 von 30 Mieter aktiv, PV-Eigenverbrauchsanteil 60 % = 45.000 kWh/Jahr aus PV.
  • Strom-Einnahme Mieter 45.000 × 22 ct = 9.900 €/Jahr.
  • Mieterstrom-Zuschlag 45.000 × 2,37 ct (Anlage > 40 kWp) = 1.067 €/Jahr.
  • Einspeise-Vergütung 31.000 × 7,03 ct = 2.179 €/Jahr.
  • Comgy-Service-Gebühr 30 × 12 € × 12 = 4.320 €/Jahr.
  • Netto-Erlös Vermieter aus PV: 8.826 €/Jahr.

Mieter-Vorteil pro aktivem Mieter: 240 €/Jahr Strom-Ersparnis.

⚠ Praxis-Hinweis

Mieterstrom-Modell verlangt eichrechts-konforme Mess-Infrastruktur (MID-Stromzähler alle 5 Jahre eichpflichtig) — Bußgeld bis 50.000 € bei Verstoß. Mieterstrom-Dienstleister (Comgy, 1KOMMA5, METERgrid) übernehmen Compliance als Service-Paket — empfohlen für 95 % der MFH-Anwendungen.

Häufige Fragen — MFH-Mieterstrom mit Hausbatterie — Strategie und Praxis (2026)

Was ist Mieterstrom nach EEG §21 und wie funktioniert er?
Das Mieterstrom-Gesetz (EEG 2017, novelliert 2021) erlaubt einem Vermieter, PV-Strom direkt an seine Mieter zu verkaufen — ohne über das öffentliche Netz zu gehen. Mieter zahlen reduzierten Tarif (typisch 22–24 ct/kWh statt 32 ct/kWh Grundversorger). Vermieter erhält zusätzlich Mieterstrom-Zuschlag 2,37–3,79 ct/kWh (je nach Anlagengröße). Gesamtertrag pro selbst verbrauchter kWh: 24,4–27,8 ct/kWh (statt 7,03 ct/kWh Einspeise-Vergütung). Voraussetzungen: PV-Anlage 1–100 kWp, freiwillige Mieterstrom-Verträge mit jedem Mieter, eichrechts-konforme Mess-Infrastruktur (MID-Stromzähler je WE alle 5 Jahre eichpflichtig).
Lohnt sich Mieterstrom im 14-WE-MFH?
Bei 50-kWp-PV + 30-kWh-Batterie + 12 von 14 aktiven Mietern: Brutto-PV-Erlöse rund 8.000 €/Jahr (Strom-Einnahmen + Mieterstrom-Zuschlag + Reststrom-Vergütung). Service-Gebühr Mieterstrom-Dienstleister 1.000–2.000 €/Jahr. Netto-Erlös 6.000–7.000 €/Jahr. Im Vergleich ohne Mieterstrom-Modell (reine Einspeisung) 3.300 €/Jahr — Mehrertrag 3.000–4.000 €/Jahr. Mieter-Vorteil parallel: 640–800 €/Jahr Strom-Ersparnis pro aktivem Mieter. Über 20 Jahre Lebensdauer kumulierter Mehrwert 60.000–80.000 € für den Vermieter plus 153.000–192.000 € gemeinsame Mieter-Ersparnis. Plus erhöhte Vermietbarkeit der WE.
Welche Hausbatterie-Kapazität ist im MFH-Mieterstrom-Setup nötig?
Faustregel: 1,5–2,5 kWh Batterie-Kapazität pro WE. Bei 14-WE-MFH also 25–35 kWh. Bei 8-WE-MFH 15–20 kWh, bei 20-WE-MFH 35–50 kWh, bei 30-WE-MFH 50–80 kWh. Lösungen: modulare Mehrfach-Batterien — BYD Battery-Box Premium HVM (modular ausbaubar bis 22 kWh pro Modul), Tesla Powerwall 3 (mehrere in Reihe), Sonnen Eco/Core+ in Industrie-Variante. Aufstellung im Hauswirtschaftsraum mit Brandschutz F90-A (bei Lithium-Batterien über 20 kWh oft Pflicht), Klimatisierung 12–22 °C, Notabschalter für Feuerwehr.
Welche Mieterstrom-Dienstleister sind 2026 marktführend?
Top-Anbieter Deutschland: Comgy GmbH (Berlin, schlüsselfertige Lösung mit Mess-Infrastruktur + Verträge + Abrechnung + Cloud-Plattform, 6–10 €/WE/Jahr Service-Gebühr + Erlös-Anteil 8–15 %). 1KOMMA5° Mieterstrom (Hamburg, integriert in 1KOMMA5-Komplettpaket inkl. Hardware). Tibber Business (Premium-Plattform mit dynamic-Tarif-Anbindung, ab 8 €/WE/Monat). METERgrid (Frankfurt, spezialisiert auf WEG- und MFH, ab 5–8 €/WE/Jahr). Solarize (München, Süddeutschland-Schwerpunkt). Einige Stadtwerke (München, MVV, Rheinenergie) bieten ebenfalls Mieterstrom-Services. Selbst-Verwaltung möglich aber verlangt eichrechts- und steuer-rechtliche Kenntnis.
Welche Eichrechts-Anforderungen muss ich beachten?
Pflicht: MID-zertifizierte (Measurement Instruments Directive) Stromzähler je WE, Mess-Genauigkeitsklasse 1 oder besser. Alle 5 Jahre Eichung pflichtig durch zertifizierten Eich-Techniker. Bei Verstoß Bußgelder bis 50.000 € nach §60 MessEG. Datenübertragung an Mieterstrom-Plattform muss revisionssicher sein. Standardhersteller MID-Zähler: ABB OD4, Iskra MT174, Eltako EMS-Multifunktions-Zähler. Mieterstrom-Dienstleister übernehmen Eichrechts-Compliance als Teil des Service. Bei Selbst-Verwaltung Mess-Infrastruktur durch zertifizierten Elektriker installieren lassen, Eichung-Termine selbst überwachen.
Wie hoch ist der Mieterstrom-Zuschlag 2026?
Nach EEG §21 abgestuft nach Anlagengröße: Anlage bis 10 kWp 3,79 ct/kWh. Anlage 10–40 kWp 3,52 ct/kWh. Anlage 40–100 kWp 2,37 ct/kWh. Gilt für PV-Strom, der direkt an Mieter verkauft wird. Plus Strom-Einnahme vom Mieter (typisch 22–24 ct/kWh reduzierter Tarif). Gesamtertrag pro Mieter-Verbrauchs-kWh aus PV: 24,4–27,8 ct/kWh. Im Vergleich Netz-Einspeise-Vergütung 7,03 ct/kWh — Differenz 17–21 ct/kWh Mehrwert.
Welche steuerliche Behandlung haben Mieterstrom-Erlöse?
Mieterstrom-Strom-Einnahmen und Mieterstrom-Zuschlag zählen als gewerbliche Einkünfte des Vermieters (Einkommensteuerpflichtig). Bei MFH-Vermietung kombiniert mit Vermietungs-Einkünften, oder bei größeren Anlagen ggf. als gewerbliche Einkünfte. Gewerbesteuerpflicht ab 17.500 € Jahres-Gewinn. Umsatzsteuer-Optionen: Kleinunternehmer-Regelung bis 22.000 € Umsatz, oder Regelumsatzsteuer 19 % auf Strom-Erlöse. Mieterstrom-Zuschlag bekommt Vermieter steuerfrei. Mieterstrom-Dienstleister liefern jährliche Steuer-Auswertungen für die Steuererklärung. Beratung durch Steuerberater mit Energie-Schwerpunkt empfohlen — Mieterstrom-Setup hat einige steuerliche Spezialitäten.
Können Mieter freiwillig am Mieterstrom-Modell teilnehmen?
Ja — Teilnahme ist immer freiwillig (kein Kontrahierungs-Zwang für Mieter). Mieter erhalten Vorschlag, den Mieterstrom-Vertrag abzuschließen — typisch im Rahmen der Vermietungs-Verhandlungen oder bei Neueinzug. Vorteile für Mieter: Reduzierter Strom-Tarif (640–800 €/Jahr Ersparnis bei Standard-Wohnung), Vertragslaufzeit-Bindung minimal (typisch Standard-Kündigungsfrist 1 Monat). Bei Mieter-Wechsel im laufenden Vertrag bleibt der Mieterstrom-Anschluss bestehen, neuer Mieter kann Vertrag übernehmen. Anteil aktiver Mieter typisch 70–95 % bei guten Mieter-Verträgen. Bei sehr alter Mieter-Population (oft skeptisch gegenüber Vertragsumstellungen) Teilnahmequote niedriger.

WP-Batterie-Speicher-Strom

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