Kosten & Wirtschaftlichkeit

Wärmepumpe kaufen oder mieten: Der große Kostenvergleich 2025

Wärmepumpe kaufen oder mieten? Detaillierter Kostenvergleich über 15 Jahre, BAFA-Förderung, Für-und-Wider und die besten Entscheidungskriterien.

8 Min. LesezeitXpora Redaktion
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Inhaltsverzeichnis


Kauf oder Miete: Die Kernfrage

Die Wärmepumpe ist eine bedeutende Investition – je nach System und Gebäude zwischen 15.000 und 30.000 Euro für Anschaffung und Installation. Nicht jeder hat diese Summe als Eigenkapital verfügbar, und staatliche Förderung erfordert Vorfinanzierung.

Als Alternative vermarkten verschiedene Anbieter Wärmepumpen-Mietmodelle: Gerät, Installation, Wartung und Service gegen eine monatliche Pauschale, ohne Eigenkapital, ohne BAFA-Bürokratie.

Klingt verlockend – aber was ist wirklich günstiger? Und für wen ist welches Modell geeignet?


Das Mietmodell erklärt

Beim Mietmodell zahlen Sie als Hauseigentümer:

  • Monatliche Mietrate: typisch 150–350 €/Monat je nach System
  • Enthaltene Leistungen: Wärmepumpe, Installation, Inbetriebnahme, jährliche Wartung, Reparaturen, 24h-Notfallservice
  • Keine Eigenkapital-Bindung: Kein Einmalbetrag erforderlich
  • Kein BAFA-Antrag: Dafür auch keine Förderung

Das Gerät bleibt dauerhaft Eigentum des Anbieters. Sie zahlen für die Nutzung, nicht für das Gerät.

Typische Laufzeiten: 7–15 Jahre, danach Verlängerung oder Rückgabe

Was passiert bei Störung?: Der Anbieter repariert auf eigene Kosten – kein Kostenrisiko für Sie


Das Kaufmodell mit BAFA-Förderung

Beim Kauf:

  • Systempreis: 18.000–28.000 € (Anlage + Installation)
  • BAFA-Förderung: 30–70 % der förderfähigen Kosten
  • Typische Eigenleistung nach Förderung: 8.000–18.000 €
  • Finanzierungsoption: KfW-Kredit BEG EM (zinsgünstiger Kredit)
  • Wartungskosten: ~300–500 €/Jahr (Wartungsvertrag separat)

Das Gerät gehört Ihnen. Sie tragen das technische Risiko (Reparaturkosten nach Garantie), profitieren aber von BAFA und langfristig günstigeren Gesamtkosten.


Der 15-Jahres-Kostenvergleich

Beispiel: Luft-Wasser-Wärmepumpe, Einfamilienhaus 150 m²

Kaufvariante A: Mit 50% BAFA-Förderung

Position Betrag
Systempreis inkl. Installation 22.000 €
BAFA 50 % -11.000 €
Eigenanteil (sofort) 11.000 €
Wartung × 15 Jahre (450 €/Jahr) 6.750 €
Gesamtkosten 15 Jahre 17.750 €

Kaufvariante B: Ohne Förderung (BAFA verpasst)

Position Betrag
Systempreis inkl. Installation 22.000 €
Wartung × 15 Jahre 6.750 €
Gesamtkosten 15 Jahre 28.750 €

Mietvariante: 250 €/Monat (All-in)

Position Betrag
Monatsrate × 180 Monate 45.000 €
Eigenkapital 0 €
Gesamtkosten 15 Jahre 45.000 €

Mietvariante günstig: 160 €/Monat (All-in)

Position Betrag
Monatsrate × 180 Monate 28.800 €
Gesamtkosten 15 Jahre 28.800 €

Fazit des Vergleichs

  • Kauf mit BAFA ist mit Abstand am günstigsten
  • Günstiges Mietmodell ist vergleichbar mit Kauf ohne Förderung
  • Teures Mietmodell ist erheblich teurer als Kauf mit BAFA
  • Der Nachteil des Mietens gegenüber BAFA-Kauf kann 20.000–30.000 € über 15 Jahre betragen

Vorteile des Mietens

Trotz höherer Gesamtkosten gibt es genuine Vorteile des Mietmodells:

Liquidität: Kein Einmalkapital erforderlich – ideal wenn kein Eigenkapital vorhanden

Planungssicherheit: Monatliche Rate ist fest kalkulierbar; keine unerwarteten Reparaturkosten

Vollservice: Wartung, Reparaturen und Notfall inklusive – kein Kümmern nötig

Einfachheit: Kein BAFA-Antrag, keine Bürokratie, schnelle Umsetzung

Kein Restwertrisiko: Wenn die WP nach 10 Jahren veraltet ist, kein Problem – der Anbieter kümmert sich

Kurzer Planungshorizont: Wenn das Haus in 5–7 Jahren verkauft werden soll, kann ein Mietmodell günstiger als ein Kauf sein


Vorteile des Kaufens

Eigentum: Die Wärmepumpe gehört Ihnen – Wertsteigerung des Gebäudes, kein Vertragsrisiko

BAFA-Förderung: Deutlich günstigere Gesamtkosten durch staatliche Zuschüsse

Keine Vertragsbindung: Keine langfristige Abhängigkeit von einem Anbieter

Steuerlicher Abzug: §35c EStG (alternativ zu BAFA) oder Abschreibung bei Vermietung

Flexibilität bei Verkauf: Gebäude wird mit Wärmepumpe verkauft (Wertvorteil)

Günstigere Finanzierung: KfW-Kredit mit attraktiven Konditionen als Alternative zum Eigenkapital


Entscheidungskriterien

Ihre Situation Empfehlung
Ausreichend Eigenkapital + lange Planungshorizon Kauf mit BAFA
Kein Eigenkapital, gute Bonität Kauf mit KfW-Kredit
Kein Eigenkapital, schlechte Bonität Mietmodell prüfen
Hausverkauf geplant in <5 Jahren Mietmodell oder keine WP
Vermieter mit Rendite-Fokus Contracting oder Kauf
Maximale Einfachheit gewünscht Mietmodell

Empfehlung: Holen Sie immer ein Kaufangebot (mit BAFA-Berechnung) und ein Mietangebot ein und vergleichen Sie die Gesamtkosten über Ihren persönlichen Planungshorizont.

Nutzen Sie unsere Installateursuche für qualifizierte Fachbetriebe, die Ihnen beide Optionen anbieten. Mehr über Finanzierungsoptionen lesen Sie in unseren Artikeln zu Wärmepumpe Leasing und Contracting.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Wärmepumpe mieten und Leasing?

Beim Mieten zahlen Sie eine monatliche All-in-Rate ohne Kaufabsicht am Ende. Beim Leasing können Sie das Gerät am Ende der Laufzeit kaufen (Kaufoption). In der Praxis werden die Begriffe oft synonym verwendet. Der entscheidende Punkt ist: Beim Mieten bleibt das Gerät immer Eigentum des Anbieters.

Erhalte ich BAFA-Förderung, wenn ich eine Wärmepumpe miete?

Nein. Die BAFA-Förderung BEG EM setzt wirtschaftliches Eigentum voraus. Wenn die Wärmepumpe dem Vermieter/Anbieter gehört, kann der Bewohner keine BAFA-Förderung beantragen. Dies ist einer der größten finanziellen Nachteile des Mietmodells.

Für wen lohnt sich das Mietmodell trotz höherer Gesamtkosten?

Das Mietmodell kann sinnvoll sein für: Hauseigentümer ohne ausreichendes Eigenkapital, Eigentümer mit kurzer verbleibender Nutzungsdauer (z. B. geplanter Hausverkauf in 5 Jahren), Vermieter, die Betriebsaufwand minimieren wollen, und in Sondersituationen ohne BAFA-Berechtigung.

Welche Anbieter bieten Wärmepumpen-Mietmodelle an?

Auf dem Markt sind verschiedene Anbieter aktiv – darunter Energieversorger, spezialisierte Haustechnik-Anbieter und Hersteller-eigene Finanzierungsgesellschaften. Die Konditionen variieren erheblich. Holen Sie mehrere Angebote ein und vergleichen Sie die Gesamtkosten über die geplante Nutzungsdauer.

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