Wärmepumpe Grundlagen

Gasheizung 2026: Was ist nach der GEG-Reform noch erlaubt?

Darf man nach der GEG-Lockerung 2026 noch eine neue Gasheizung einbauen? Ja – aber es gibt wichtige Details zu beachten. Wir erklären, was erlaubt ist, wann sich eine Gasheizung noch rechnet und was die langfristigen Kosten bedeuten.

8 Min. LesezeitXpora Redaktion
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Inhaltsverzeichnis


Gasheizung und GEG 2026: Der aktuelle Stand

Kurze Antwort: Ja, eine neue Gasheizung ist 2026 in Deutschland wieder vollständig erlaubt.

Die neue Bundesregierung hat das GEG reformiert und die 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht aufgehoben. Das bedeutet: Wer seine defekte Heizung ersetzen möchte oder im Altbau eine neue Anlage einbauen will, kann eine moderne Gasbrennwerttherme installieren — ohne bürokratische Auflagen zur erneuerbaren Energienutzung.


Was hat die GEG-Reform bei Gasheizungen geändert?

Das GEG 2023 hatte den Einbau neuer Gasheizungen faktisch unterbunden (mit engen Ausnahmen). Das bedeutete in der Praxis:

  • Nur „Wasserstoff-ready"-Gasheizungen in Gebieten mit ausgewiesenem Wasserstoff-Netzplan
  • Oder: Gasheizung als Hybridkomponente mit ausreichend erneuerbarem Anteil (z.B. kombiniert mit Solarthermie)

Nach der GEG-Reform 2026:

  • Neue Gasbrennwerttherme im Bestand: erlaubt, ohne Auflagen
  • Keine Pflicht zur Einbindung erneuerbarer Energie
  • Keine Genehmigungsverfahren, keine kommunale Wärmeplanung als Voraussetzung
  • Keine Übergangspflichten für bestehende Gasheizungen

Wann macht eine neue Gasheizung 2026 Sinn?

Es gibt legitime Situationen, in denen eine Gasheizung die pragmatische Wahl ist:

1. Notfallersatz im Winter

Wer bei einem Heizungsausfall in der Kälte schnell handeln muss, kann eine verfügbare Gasbrennwerttherme einbauen lassen — ohne Monate auf Wärmepumpen-Lieferzeiten warten zu müssen.

2. Kurzer Zeithorizont vor Abriss oder Kernsanierung

Wer in 3–5 Jahren eine Komplettsanierung plant, möchte nicht jetzt 25.000 € in eine Wärmepumpe investieren, die danach unter Umständen nicht optimal ins neue Konzept passt.

3. Gebäude mit sehr hoher Vorlauftemperatur

In extrem schlecht gedämmten Altbauten mit Vorlauftemperaturen über 70°C läuft eine Wärmepumpe ineffizient. Hier kann eine Gastherme als Übergangslösung sinnvoll sein — bis das Gebäude gedämmt ist.

4. Finanzielle Engpässe ohne Fördergrundlage

Wer keinen Eigenanteil für eine Wärmepumpe aufbringen kann und nicht zu den Zielgruppen für staatliche Hilfen gehört, kann eine günstigere Gastherme als Überbrückung wählen.


Die langfristigen Kosten einer Gasheizung ehrlich betrachtet

Die politische Erlaubnis bedeutet nicht, dass eine Gasheizung wirtschaftlich sorgenfrei ist. Die relevanten Kostenfaktoren:

CO₂-Preis

Der nationale CO₂-Preis auf Erdgas steigt planmäßig:

  • 2026: 55 €/Tonne CO₂
  • 2027: 60 €/Tonne CO₂
  • 2028–2030: geplant bis 65 €/Tonne CO₂ (gesetzlich festgelegt)

Für ein Einfamilienhaus mit 15.000 kWh Jahresverbrauch bedeutet das:

  • 2026: ca. 150 € CO₂-Mehrkosten
  • 2030: ca. 175 € CO₂-Mehrkosten

Zusätzlich: europäisches Emissionshandelssystem (ETS2) ab 2027 — mit unklarer Preisdynamik für den Gebäudesektor.

Gaspreisrisiko

Erdgaspreise unterliegen geopolitischen Schwankungen. Die Erfahrungen 2021–2023 haben gezeigt, wie stark die Abhängigkeit von Erdgasimporten die Betriebskosten beeinflussen kann.

Wartungs- und Inspektionskosten

Gasheizungen benötigen jährliche Wartung und Kaminkehrer-Abnahme. Kosten: ca. 150–300 € jährlich.


Gasheizung vs. Wärmepumpe: Vergleich 2026

Kriterium Neue Gastherme Luft-Wasser-Wärmepumpe
Anschaffung inkl. Installation 8.000–14.000 € 18.000–28.000 €
BAFA-Förderung Keine Bis zu 70 %
Eigenanteil nach Förderung (Beispiel 22.000 € WP, 55 %) ca. 9.900 €
Jährliche Gaskosten (15.000 kWh, 2026) ca. 1.650 € Nicht relevant
Jährliche Stromkosten (Strom 0,28 €/kWh, JAZ 3,5) Nicht relevant ca. 1.200 €
CO₂-Kosten p.a. (2026) ca. 150 € Sehr gering
Wartung p.a. 150–300 € 100–200 €
Lebensdauer 15–20 Jahre 20–25 Jahre

Fazit: Nach Förderabzug ist die Wärmepumpe in vielen Fällen bereits beim Eigenanteil vergleichbar mit einer Gastherme — und spart langfristig deutlich Betriebskosten.


Hybridlösung: Gasheizung + Wärmepumpe kombinieren

Eine interessante Option nach der GEG-Reform: die Hybridheizung. Dabei arbeiten Wärmepumpe und Gasbrennwert zusammen:

  • Die Wärmepumpe liefert Wärme bis zu einer Außentemperatur von -5 °C bis -10 °C effizient
  • Die Gasheizung springt bei sehr kalten Temperaturen als Ergänzung an (Bivalenzpunkt)

Vorteile der Hybridlösung:

  • Geringere Investitionskosten als eine reine Wärmepumpe (kleinere WP ausreichend)
  • Höhere Versorgungssicherheit
  • Bestehende Gasinfrastruktur wird weitergenutzt
  • BAFA-förderfähig (Hybridheizungen mit Wärmepumpenanteil werden gefördert)

Nachteile:

  • Zwei Systeme bedeuten zwei Wartungsverträge
  • Betriebskosten höher als reine Wärmepumpe bei gut gedämmtem Gebäude

Gibt es Förderung für Gasheizungen?

Klares Nein: Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BAFA BEG) fördert ausschließlich Maßnahmen, die auf erneuerbare Energien setzen oder die Energieeffizienz des Gebäudes steigern. Eine neue Gasbrennwerttherme zählt nicht dazu.

Steuerbonus § 35c EStG: Auch dieser steuerliche Sanierungsbonus gilt für Wärmepumpen, Wärmedämmung und Fenstererneuerung — nicht für Gasheizungen.

Was Sie stattdessen tun können:

Wenn Sie sich für eine Gastherme als Überbrückung entschieden haben, planen Sie jetzt schon die nächste Maßnahme:

  1. Lassen Sie einen iSFP (individuellen Sanierungsfahrplan) erstellen
  2. Damit sichern Sie sich für die spätere Wärmepumpen-Installation den +5 % iSFP-Bonus
  3. Der iSFP-Bonus gilt rückwirkend, solange der Fahrplan gültig ist

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Häufige Fragen

Darf ich 2026 noch eine neue Gasheizung einbauen lassen?

Ja. Nach der GEG-Reform 2026 ist der Einbau einer neuen Gasheizung (Gasbrennwert) in Bestandsgebäuden wieder uneingeschränkt erlaubt. Die 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht wurde aufgehoben.

Bekomme ich staatliche Förderung, wenn ich eine neue Gasheizung einbaue?

Nein. Die BAFA-Bundesförderung (BEG) gilt ausschließlich für erneuerbare Heizsysteme wie Wärmepumpen, Solarthermie oder Biomasse. Für eine neue Gasheizung gibt es keine staatliche Förderung.

Was kostet eine neue Gasheizung 2026 im Vergleich zu einer Wärmepumpe?

Eine neue Gasbrennwerttherme kostet ca. 8.000–14.000 € inklusive Installation. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet ca. 18.000–28.000 €, wird aber mit bis zu 70 % BAFA-Förderung gefördert. Nach Förderung kann der Eigenanteil der Wärmepumpe ähnlich hoch sein wie der Kaufpreis einer Gastherme.

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